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Vom Gästehaus des Kaisers zum luxuriösen Hotelbetrieb:
100 Jahre Geschichte des Parkhotel Schönbrunn

1787 eröffnete gegenüber der Kirche Maria Hietzing am Rande des Schlossparks eine Jausenstation.

1823 übernahm Ferdinand Dommayer die Gastwirtschaft und baute sie zu einem Casino mit Tanzsaal um.

1907 wurde das Parkhotel Schönbrunn an der Stelle des ehemaligen Café Dommayer errichtet. Das Haus war berühmt für seine rauschenden Bälle. Hier brachten Johann Strauß Vater und Sohn sowie ihr Zeitgenosse Joseph Lanner mehrere Werke zur Uraufführung. Lanner komponierte seinen Walzer „Die Schönbrunner“ speziell für ein Fest in diesem Etablissement. Der 19-jährige Johann Strauß Sohn gab hier sein Debüt und startete von Hietzing aus seinen Triumph als Walzerkönig.

1907 schloss das Casino für immer seine Pforten, da es nach Ferdinand Dommayers Tod, für seinen Sohn immer schwieriger wurde, das für damalige Verhältnisse große Unternehmen erfolgreich zu führen. Eine historische Abbildung des Casinos ist über dem Eingang des Parkhotels Schönbrunn zu sehen.

1907 bis 1908 entstand nach den Plänen des Architekten Arnold Heymann das heutige Parkhotel Schönbrunn mit einem Ballsaal, einem Wiener Kaffeehaus, Speisesälen sowie 70 Gästezimmern. Da der Bau die Sichtschneise der barocken Schlossgärten beeinträchtigte, erstellte das Obersthofmeisteramt eine spezielle Sondergenehmigung für die Errichtung des mehrgeschossigen Hauses. Die Besitzer Hopfner & Hübner investierten damals in die Errichtung 3 Millionen Kronen, mit einem Gegenwert rund 18 Millionen Euro.
Anlass für den Neubau war der Mangel an Wiener Nobelhotels, es fehlte in der Hauptstadt des Vielvölkerreichs an exklusiven Zimmern. Nach der feierlichen Eröffnung nutzten vor allem die Gäste von Kaiser Franz Joseph I. das erstklassige Parkhotel für ihren Aufenthalt bei Audienzen im Schloss. Durchschnittlich zwei Wochen bezogen zumeist ganze Großfamilien samt Personal die Suiten des Hauses und durften sich dank exquisitem Service und Ausstattung wie am Kaiserhof fühlen. Der elegante Bau wurde nach dem Schema einer barocken Schlossanlage konzipiert. Üppige Dekoration, neobarocke Formen und Ornamentik sowie die palastartige Fassade verleihen dem Hotel einen ausgeprägt repräsentativen Charakter. Bei der Innenraumgestaltung wirkte Josef Beer, der Architekt des Hietzinger Cottage mit. Aus dieser Zeit stammen die historischen Gemälde und Portraits der kaiserlichen Familie, die nach wie vor im Hotel zu sehen sind.

1911 nächtige Thomas Alva Edison, Erfinder der elektrischen Glühlampe, im Parkhotel, um den Wienern seine bahnbrechende Entwicklung vorzustellen. Eine Tafel an der Fassade des Hotels erinnert noch heute an den berühmten Gast.

1923 wurde das Hotel teilweise durch einen Brand zerstört, ein Jahr später ging das renovierungsbedürftige Haus komplett in den Besitz der Familie Hübner.
Während des 2. Weltkriegs diente das Gebäude als Lazarett.

Von 1945 bis 1955 war das Hotel das Offizierscasino der englischen Besatzungstruppe. Der Bezirk Hietzing war britische Besatzungszone, in Schloss Schönbrunn war das Hauptquartier des Militärkommandanten untergebracht.

1954 wurde das Parkhotel feierlich wieder eröffnet. Das benachbarte Filmstudio in der Marxingstraße brachte nicht nur zum jährlichen Filmball viel Prominenz: Peter Alexander und Conny Froboess, Hans Albers und der Filmstar Asta Nielsen waren Gäste des Hotels. Der österreichische Komponist und Dirigent Robert Stolz zählte zu den Stammgästen. 1963 wurde das Hotel nach einem Brand modernisiert und zur damals größten Hotelanlage Wiens erweitert.

Seit Jänner 1999 wird das Parkhotel Schönbrunn erfolgreich von den Austria Trend Hotels & Resorts betrieben.

Ab April 2010 wurde das Hotel modernisiert, renoviert und erweitert und im November 2011 wiedereröffnet.