Amoi rundumadum – fesche Fotos am Ring – Teil 1

23.02.2018

Einfach nur die Kamera in die Tasche und los geht’s! Wien erkundet sich nicht und von allein, Stadtplan braucht man für diese Foto-Tour keinen und für Die Verpflegung sorgen die Dutzenden Kaffeehäuser am Weg. Die Tour rund um die Wiener Ringstraße (sprich: die „Ringrunde“) ist ein absolutes Muss für alle Wienbesucher. Wo sonst finden sich alte Gemäuer, bunte Vögel, exotische Naturspektakel und wilde Tiere auf so engem Raum und mitten in der Stadt? Wer die Augen offen hält und die richtigen Wege kennt, wird all das erleben und mit den schönsten Urlaubsfotos belohnt.  

Eine Art Pisa-Studie

Nach einem gemütlichen Frühstück geht es beispielsweise vom Hotel Rathauspark über die Rathausstraße zur nahegelegenen Votivkirche. Bezahlt wurde die übrigens von den Wiener Bürgern selbst – als Dankeschön dafür, dass Kaiser Franz Joseph ein Attentat überlebt hat, das an dieser Stelle auf ihn verübt wurde. Die Votivkirche ist ein sehr beliebtes Fotomotiv. Mitunter  führt das zu bizarren Versuchen, ein ganz besonderes Foto zu machen (man kennt den Effekt vom schiefen Turm von Pisa). So soll es immer wieder vorkommen, dass sich „Models“ in das Tulpenbeet im Sigmund Freud Park legen. Umgeben von der Blumenpracht posieren sie so für das ideale Foto vor der schönen Kirche. (Was wiederum kein schlechtes Fotomotiv wäre…)
 

Der Arkadenhof im 1. Bezirk ist Grund genug für einen Blick in die Universität Wien. | © Wikimedia Commons | Hubertl

Das alte Österreich in der Nussschale

Vom Kaiser zum Freud

Kaiser, Kirchen, Kunst und Küche rund ums Schottentor. Der Wiener „Ring“ ist wie ein quirliges, buntes Museum. Ein bissl vergangenheitsverliebt und sehr am Puls der Zeit.  

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©Wikimedia Commons | Hubertl

…auf Freuds Liege

Direkt vis-à-vis kann man sich nämlich bei Sigmund Freud auf die Liege begeben. Der Park ist der ideale Ort,  um ein Foto vom „Ringstraßendom“ zu ergattern. Auf der Wiese, die zwar nach dem Urvater aller Seelenklempner benannt ist, hier aber jeder nur unter „Votivpark“ kennt, ist immer was los. Es wird gesportelt, gechillt und (man soll’s kaum glauben) wohl auch die eine oder andere Vorlesung geschwänzt. Wahrscheinlich auch die über Freud…  
 

Cheeese, Frau Doktor

Am Handy in den Selfie-Modus wechseln und schon ist die Universität Wien im Hintergrund. Die „Hauptuni“, wie man sie unter Eingeweihten kennt (und irgendwas haben die meisten hier mal studiert), hat schon über 650 Jahre am ehrwürdigen Buckel und ist mit fast 100.000 Studenten die größte Uni im deutschsprachigen Raum. Ein Blick in den „Arkadenhof“ und die Aula lohnt sich allemal. Nirgendwo ist es einfacher, ein Selfie mit Nobelpreisträgern zu ergattern – die noch dazu garantiert alle stillhalten. (Titel der Schattenfigur am Boden ist übrigens: Der Muse reicht’s!)
 

Parlament in Wien

Von den Uni-Musen zur Lifeball-Kulisse

Schritt für Schritt

Selfies mit steinernen Nobelpreisträgern im Arkadenhof der Uni Wien, ein Postkarten-Shooting am Rathausplatz oder ein Stelldich ein mit der schönen Pallas Athene vor dem Parlament. 700 Meter voller Fotomotive.

 

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Winterzauber, Sommerklänge und viele bunte Vögel

Direkt neben der Hauptuni lädt der Rathauspark den „Flaneur“ zum Verweilen ein. Der Blick auf das alte „Neue Rathaus“ ist besonders am Abend spektakulär schön. Der große Rathausplatz ist nicht bloß der perfekte Ort für ein kleines Wiener Postkarten-Shooting samt Tram (also Straßenbahn, im Wienerischen auch liebevoll „Bim“ genannt), Fiaker und Burgtheater. Hier kann sich jeder sicher sein, dass ringsum etwas los ist. Das bunte Treiben vor dem Büro des nicht minder umtriebigen Herrn Bürgermeisters kennt keine Pause.  Im Winter strahlt der berühmte Christkindlmarkt und für die Sportlichen gibt’s einen Eislaufplatz, der auf verschlungenen Wegen auch durch den Park führt. Im Sommer ist alles von Kopf bis Fuß auf Musik eingestellt. Wenn die großen Theater und Musikhäuser Sommerpause machen, hat eine riesige Leinwand vor dem Rathaus ihren großen Auftritt. Sie besänftigt die kulturgierigen Wiener und ihre Gäste aus aller Welt mit Konzerthöhepunkten der letzten Jahrzehnte. Zu sehen gibt’s die ganze Palette von Klassik über Jazz bis hin zu Rock. So richtig bunt wird‘s dann im Juni, wenn im und vor dem Rathaus ein Fest für das Leben gefeiert wird: der Life Ball zugunsten der Aidshilfe. 

The Show must go on…

Feste werden auch vis-à-vis gefeiert: An keiner Institution hängen die Wiener so sehr, wie am Theater. Das „Heiligtum“ Wiener Burgtheater ist nach der Comédie-Française das zweitälteste Sprechtheater der Welt. Das Gebäude am Ring wurde während der Bombenangriffe auf Wien im April 1945 schwer getroffen und ist bis auf die Stahlkonstruktion ausgebrannt. Während zu dieser Zeit auf der ganzen Welt modern und puristisch gebaut wurde, haben die Wiener alles daran gesetzt, die „Cremetorte“ zu erhalten und wieder genauso aufzubauen. 
Das „Burgtheater“ aber – das heißt der Liebling aller Wiener, die Stücke und die Schauspieler, die hier wie Superstars gefeiert werden – waren während des Wiederaufbaus keineswegs arbeitslos. Schon wenige Tage nach dem Brand standen sie wieder auf der Bühne. Im „Exil“, wie die Schauspieler es nannten, im heutigen Ronacher. 

Weiter geht das Farbenspiel – wenn auch deutlich weniger unterhaltsam – im Parlament. Nach einem „gschwinden“ Foto-Shooting mit good old Pallas Athene, die vor der mächtigen Rampe des Parlaments Schmiere steht, geht es schnell weiter in den viiiel entspannteren Rosengarten… 

Hotels: Hotel Rathauspark, Hotel Astoria, Hotel Europa Wien

Autor

Ronni

Gebürtiger Simmeringer und leidenschaftlicher Jung-Fiaker mit einer Schwäche für Literatur und Hinterhof-Geschichten. Er liebt es den Fremden die Stadt zu zeigen und Ihnen auch mal Geschichten zu erzählen, die nicht jeder kennt. Ronni weiß, dass Wien ein Dorf ist. Und das gefällt ihm mindestens so gut wie sein Beruf.
 

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